Studie zur Bioverfügbarkeit von Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen

Claus MUSS,MD,DVM,PhD1, Wilhelm MOSGOELLER, MD2, Thomas ENDLER, MD3
Übersetzung und Editierung des englischen Originals durch den Autor Wilhelm Mosgöller

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HINTERGRUND

Für viele Vitamine und Minerale gibt es keine zufriedenstellenden Standards für
die hinreichende Darstellung der Bioverfügbarkeit nach Verzehr durch Menschen. Besonders wenn
unterschiedliche Inhaltsstoffe aus einer komplexen natürlichen Rohstoff-Mischung kommen, ist wenig
über die Bioverfügbarkeit der Einzelsubstanzen bekannt.

METHODEN

Um die Bioverfügbarkeit der Inhaltsstoffe einer komplexen Komposition zu bestim-
men, rekrutierten wir 116 freiwillige Probanden. Der Drop out war gering (~ 8%); nach sechs Monaten
der regelmäßigen Einnahme wurden Blutproben von 107 Probanden gezogen. Die Analyse der Inhalts-
stoffe im Blut erfolgten zu drei Zeitpunkten: vor, während, und nach der Einnahme.2 / 25

ERGEBNISSE

Die Blutanalysen ergaben einen statistisch signifikanten Anstieg der meisten Inhalts-
stoffe bereits nach den ersten drei Monaten und nach weiteren drei Monaten. Die Halbvitamine
Coenzym Q10 und Carnitin waren nach drei monatiger Einnahme statistisch signifikant erhöht (p <
0,001). Während die Carnitin-Serumspiegel sich in der zweiten Halbzeit wieder senkten, stieg
Coenzym Q10 langsam aber beständig weiter an. Nach den ersten 3 Monaten fand sich ein statistisch
signifikanter Anstieg des Eisengehaltes im Serum (p = 0,039) und in den roten Blut-Zellen (p = 0,025),
von Selen (Serum, p= 0,048; Blutzellen, p= 0,006), und von Chrom (Serum, p = 0,029). Zink – von
dem bekannt ist, dass es mit der Eisenresorption interferiert – stieg in den ersten drei Monaten nur
langsam an, allerdings nach sechs Monaten war der Anstieg sowohl in Serum wie auch Blutzellen
hoch signifikant (p < 0,001). Der Quotient aus Kupfer und Zink senkte sich dementsprechend, eben-
falls statistisch signifikant (p < 0,001)

SCHLUSSFOLGERUNGEN

Wir beobachteten, dass der Anstieg der spezifischen Inhaltsstoffe
nicht gleichmäßig linear erfolgte. Gegenseitige Beeinflussungen der Inhaltsstoffe bei der Resorption
und späteren Umverteilung in verschiedenen Gewebskompartimenten bedingen unterschiedliche An-
stiegsraten der spezifischen Inhaltsstoffe und Erreichen der Sättigung zu unterschiedlichen Zeitpunk-
ten. Allerdings beobachteten wir keinerlei gegenseitige Beeinflussung, die die Bioverfügbarkeit ein-
zelner Inhaltsstoffe in Frage stellt. Darüber hinaus kam es auch nach sechs Monaten Einnahme zu
keiner kritischen Überschreitung der Blutspiegel. Die Bioverfügbarkeit der einzelnen Inhaltsstoffe ist
gegeben.